Dr. med. Frank Kirstein
Praxis für funktionelle Medizin

Sprunggelenksverletzungen und Präventionsstrategien im deutschen Nachwuchsbasketball

Auszüge aus meinem Vortrag bei der Trainerfortbildung der Basketball Löwen Braunschweig am 13.12.2014.

25% aller Sportverletzungen betreffen den Bandapparat des oberen (OSG) und unteren (USG) Sprunggelenkes. Innerhalb des ersten Jahres nach Unfall erleidet jeder dritte ein erneutes Umknicktrauma. Jeder dritte bis vierte Sportler klagt nach überstandener Bandverletzung über chronische Beschwerden, eine funktionelle Instabilität ist bei jedem zweiten festzustellen. Daraus ergibt sich die Frage, ob ggf. entstandene neuromuskuläre Defizite nicht ausreichend in der Therapie berücksichtigt werden.

85% der Verletzungen am OSG betreffen den Außenbandapparat, die übrigen 15% ergeben sich aus Verletzungen des Innenbandes, der vorderen Syndesmose oder aus Kombinationen dieser Lokalisationen.

Die konservative Behandlung als „state of the art“ erfolgt mittels Orthese. Bei Beteiligung der Syndesmose ist bis zum „return to sport“ die doppelte Zeitdauer einzuplanen. Bei einer instabilen Syndesmosenverletzung besteht eine OP-Indikation.

Die VBG als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung im Profisport hat wegen der hohen Relevanz dieser Verletzungen ein Ausbildungsmodul für Trainer des DFB (A- und B-Lizenz) sowie die Präventionskampagne „Sei kein Dummy“ initiiert.

Jungen sind bei Sportverletzungen mit 57,2% häufiger betroffen. Bei Jugendlichen machen Sportverletzungen 40% der Gesamtzahl aller Verletzungen aus. Hauptverantwortliche Disziplinen für Sportverletzungen sind mit 47,7% die Ballsportarten, davon entfallen auf den Basketball 11,8%. Die charakteristische Verletzungslokalisation beim Basketball ist mit 13,4% das OSG. Der typische Unfallmechanismus ist das Umknicken beim Absprung oder bei der Landung auf dem Fuß eines Mitspielers.

Zur Prävention sollte neben dem sportartspezifischen Training eine Schulung der Propriozeption erfolgen, da sich hierdurch die Verletzungshäufigkeit reduzieren lässt. Dieses ist für den Fußball belegt, wo die Häufigkeit von Kreuzband- und Muskelverletzungen durch ein zusätzliches Balancetraining (FIFA 11+) signifikant gesenkt werden konnte.

Da bei einer erheblichen Anzahl der Sportler mit Verletzungen des OSG in der Folge Funktionseinschränkungen, Schmerzzustände, reduzierte Leistungsfähigkeit und ein erhöhtes Wiederverletzungsrisiko bestehen, wurden die Effekte von Präventionsstrategien überprüft. Im Ergebnis führten spezifische (neuromuskuläre) Trainingsprogramme sowie Orthesen, Bandagen und Taping zu einer deutlich geringeren Inzidenz von Sprunggelenksverletzungen im Basketball.

Da nachweislich eine Einschränkung der sensomotorischen Kontrolle (insbesondere der Balace), propriozeptive Defizite und eine veränderte Gelenkbeweglichkeit zu einer erhöhten Sprunggelenkverletzungsrate führen, hatten regelmäßige sensomotorische Trainingsinterventionen den größten vorbeugenden Effekt. Trotz nachgewiesener Wirksamkeit setzte nur ein Bruchteil der Athleten nach Erstverletzung diese Präventionsmaßnahme um.

Symposium Hochleistungssport, 17.11.2014, Berlin: Prof. Dr. Bauer, Stuttgart; C. Klein, VBG.

Woller T, Ellsäßer G, Bühlingen U: Sportverletzungen im Kindes- und Jugendalter. Daten der europäischen Injury Database (IDB) für die Unfallprävention. Dtsch Z Sportmed. 2014; 65: 242-247.

Zech A, Globig H, Braumann KM: Sprunggelenksverletzungen und Präventionsstrategien im deutschen Nachwuchsbasketball. Dtsch Z Sportmed. 2014; 65: 61-65.

Die Behandlung von Sprunggelenksverletzungen erfolgt in meiner Praxis gemäß dem Stand der medizinischen Wissenschaft unter Ergänzung durch Möglichkeiten der funktionellen Medizin unter besonderer Berücksichtigung eventueller neuromuskulärer Defizite und/oder einer veränderten Gelenkbeweglichkeit.

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